Sabrina Heiler, Leitung Lokstedt, veröffentlicht Studie zum Stottern „Premonitory Awareness in Stuttering Scale (PAiS)“

Sabrina Heiler, Leitung Lokstedt, veröffentlicht Studie zum Stottern „Premonitory Awareness in Stuttering Scale (PAiS)“

Die Antizipation von Stotterereignissen bei idiopathischem Stottern ist ein Phänomen  von theoretischer als auch klinischer Bedeutung, das zwar relativ häufig berichtet, allerdings bisher nicht adäquat gemessen werden kann.

In der vorliegenden Studie wird die Testung und Realibilitätsüberprüfung der deutschen Fassung eines vorläufigen Fragebogens, der Premonitory Awareness in Stuttering Scale (zu deutsch: Skala zur Antizipation des Stotterns), beschrieben. Die Skala besteht aus 12 Aussagen, die die direkte und prospektive Antizipation des Stotterns untersucht. Diese wurde der Premonitory Urge for Tics Scale (PUTS) (Woods, Piacentini, Himle, & Chang, 2005) entlehnt und auf deutsch übersetzt. Der so entstandene Fragebogen wurde zunächst in einer Pilotstudie überarbeitet und anschließend in einer größer angelegten Studie (mit 21 stotternden Erwachsenen sowie 21 Kontrollprobanden) eingesetzt.

Die PAiS zeigte eine gute interne Konsistenz und unterscheidet die zwei getesteten Probandengruppen sehr effektiv voneinander. Die Antizipation von Unflüssigkeiten wurden von der Gruppe der Stotternden signifikant häufiger berichtet als von der Gruppe der Nichtstotternden. Zudem konnte eine Korrelationsanalyse eine negative Korrelation zwischen dem Gesamtpunktwert in der PAiS und dem Prozentsatz gestotterter Silben feststellen, d.h. Probanden mit einem hohen PAiS-Wert produzierten weniger gestotterte Silben. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Probanden mit einer relativ guten Antizipationsleistung diese nutzen können, um ihr Sprechen durch Modulationstechniken (Prolongationen u.ä.) zu regulieren.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die PAiS sowohl in der Forschung als auch in der Therapie als praktisches und psychometrisches Instrument eingesetzt werden kann, um die Stotterantizipation bei stotternden Erwachsenen zu bestimmen.

Die Studie finden sie hier als PDF 1-s2.0-S0094730X16300353-main und hier als Link auf ScienceDirect

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